| klar regional: Magazin für die Zentralschweiz, geschrieben von Sandra Bucher, Luzern | ||
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Sechs Kantone, ein See, viele Berge Ausflüge, Märkte, Feste und Leute treffen klar regional |
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Nidwalden: der Dorfplatz und die Berge darüberDer Dorfplatz von Stans ist der Grund, warum ich Leuten Nidwalden zuerst zeige. Die Pfarrkirche mit dem romanischen Turm, das Winkelriedhaus, die Häuser mit den geschwungenen Giebeln, ein Brunnen, Kastanien, Cafés. Man sitzt dort, und über dem Dach der Kirche steht das Stanserhorn. Von Luzern ist man mit der Zentralbahn in 15 Minuten da. Nidwalden ist der Kanton, der am nächsten liegt und den die wenigsten Luzerner kennen. ![]() Stanserhorn: mit offenem OberdeckVom Bahnhof Stans sind es fünf Minuten zu Fuss bis zur Talstation. Zuerst fährt eine alte Standseilbahn von 1893 in offenen Holzwagen bis Kälti, dann die CabriO-Bahn, eine Luftseilbahn mit offenem Oberdeck, auf der man im Wind steht und die Kabel über dem Kopf hat. Oben auf 1'850 Metern ein Rundweg von einer halben Stunde, ein Drehrestaurant, Murmeltiere am Weg. Die Bahn fährt von April bis November. Für einen ersten Nidwaldner Ausflug ist das die naheliegende Wahl, und wer nachher noch Zeit hat, geht auf dem Dorfplatz einen Kaffee trinken.
Bürgenstock: der FelsenwegDer Bürgenstock ist ein Bergrücken im Vierwaldstättersee, auf dem oben ein Resort steht, das man mögen kann oder nicht. Der Weg dorthin ist unabhängig davon einer der schönsten der Zentralschweiz: Schiff ab Luzern nach Kehrsiten-Bürgenstock (rund 30 Minuten), dann die Standseilbahn hinauf, und oben beginnt der Felsenweg, ein 1905 in den Fels gebauter Spazierweg mit Blick senkrecht auf den See hinunter. Er führt zum Hammetschwand-Lift, dem mit 152 Metern höchsten Aussenlift Europas, der in einer Minute auf den Gipfel fährt. Hin und zurück eineinhalb Stunden, flach, für alle geeignet, die nicht unter Höhenangst leiden. Der Felsenweg ist im Winter geschlossen. Bannalp: der stille AusflugAb Wolfenschiessen (Zentralbahn) fährt das Postauto nach Oberrickenbach, und von dort zwei kleine Luftseilbahnen auf die Bannalp: eine ab Fell zur Chrüzhütte, eine ab Fellboden. Oben liegt der Bannalpsee, ein kleiner Stausee auf 1'600 Metern, mit einem Rundweg von eineinhalb Stunden, zwei Berggasthäusern und keiner Strasse. An einem Sonntag im Herbst ist man dort mit ein paar Familien und sonst niemandem. Wer eine längere Tour will, steigt über die Bannalper Schonegg nach Engelberg ab, das sind rund vier Stunden und ein Kantonswechsel nach Obwalden. Klewenalp und der SeeAb Beckenried, das man mit Bus oder Schiff erreicht, fährt die Luftseilbahn auf die Klewenalp, ein Skigebiet im Winter und im Sommer ein Wandergebiet mit Alpwirtschaften und einem Höhenweg nach Emmetten. Unten am See liegen Buochs, Ennetbürgen und Beckenried mit Badeplätzen und Schiffsstegen. Das Nidwaldner Seeufer ist ruhiger als das Luzerner, die Schiffe halten trotzdem überall. Beckenried ist zudem der Ort, an dem die Autofähre nach Gersau ablegt, was für Velofahrer eine schöne Rundtour ergibt. Stanser Musiktage und ÄlplerchilbiDie Stanser Musiktage finden jeweils im Frühling statt, meist im April, eine Woche lang, mit Konzerten in Sälen, Kirchen, Beizen und auf dem Dorfplatz. Das Programm ist breit, von Jazz bis Volksmusik, und das Festival ist der Moment, in dem Stans voll ist. Die Älplerchilbi ist das Gegenstück im Herbst: In jedem Dorf, Stans, Buochs, Beckenried, Wolfenschiessen, feiern die Älpler nach der Alpzeit mit Gottesdienst, Umzug, dem Wildmaa und der Wildwyb, mit Musik und Tanz bis in die Nacht. Die Termine liegen zwischen Oktober und November, jedes Dorf hat seinen eigenen. Wer eine Älplerchilbi besucht, sieht Nidwalden, wie es sich selber sieht. Alle Termine nach Saison auf der Seite Märkte und Feste im Jahreslauf. AusgehenBevor es ums Ausgehen geht, noch ein Wort zum Dorfplatz selbst, weil er mehr ist als Kulisse. Das Winkelriedhaus, ein spätgotisches Herrenhaus, beherbergt heute das Nidwaldner Museum mit Wechselausstellungen zur Geschichte des Kantons, und in der Pfarrkirche St. Peter und Paul steht einer der ältesten Kirchtürme der Zentralschweiz, romanisch, aus dem 12. Jahrhundert. Beides ist an einem Nachmittag zu sehen, und beides ist gratis oder fast. Wer mit dem Zug ankommt, geht vom Bahnhof in fünf Minuten hinüber; der Platz liegt genau zwischen Bahnhof und Talstation der Stanserhornbahn, man kommt also ohnehin vorbei. Stans hat um den Dorfplatz und in den Gassen dahinter Restaurants und Cafés, ein Kino, das Chäslager als Kulturhaus und im Sommer die Terrassen. Hergiswil, näher bei Luzern, hat die Glasi und ein paar Lokale am See. Das Nachtleben findet in Luzern statt, 15 Minuten entfernt, und das ist der Grund, warum Nidwalden so gut zum Wohnen ist: Man hat die Stadt, ohne in der Stadt zu sein. KennenlernenNidwalden ist klein genug, dass man in Stans nach einem Jahr grüsst und gegrüsst wird. Die Vereine sind der Weg: die Musikgesellschaften, die Trachtengruppen, der Turnverein, die Fasnachtsgesellschaften und der SAC Titlis. Dazu kommen die Helfereinsätze an den Musiktagen und an den Älplerchilbis, die immer Leute suchen. Wer zugezogen ist und arbeitet in Luzern, macht den Fehler, alles Soziale in der Stadt zu suchen; die Nidwaldner Vereine nehmen jeden, der bleibt. Mehr dazu auf der Seite Neue Leute kennenlernen. Und wer die Bannalp als Tagestour plant, findet sie auf der Seite Wandern mit Bahn und Bus; die Fortsetzung über den Kantonsrand steht auf der Seite Obwalden.
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