klar regional: Magazin für die Zentralschweiz, geschrieben von Sandra Bucher, Luzern
klar regional Sechs Kantone, ein See, viele Berge
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Luzern: Stadt, See und Entlebuch

Vom Bahnhofplatz Luzern sind es 40 Minuten bis auf den Pilatus, wenn man das Schiff nach Alpnachstad nimmt, eine Stunde bis auf die Rigi über Vitznau, und 50 Minuten bis Schüpfheim im Entlebuch mit dem Zug. Das ist der Kanton Luzern in einem Satz: eine Stadt mit rund 85'000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die alles Wichtige der Region in Tagesausflugsdistanz hat. Ich wohne im Quartier Littau und nutze das seit Jahren, ohne Auto.

Kapellbrücke in Luzern

Pilatus: die steilste Zahnradbahn der Welt

Die Pilatusbahn fährt von Alpnachstad auf 2'073 Meter, mit bis zu 48 Prozent Steigung, und das seit 1889. Sie verkehrt von etwa Mitte Mai bis Mitte November, im Winter ist nur die Luftseilbahn ab Kriens in Betrieb. Die klassische «Goldene Rundfahrt» kombiniert Schiff von Luzern nach Alpnachstad, Zahnradbahn hinauf, Gondel und Luftseilbahn hinunter nach Kriens und Bus zurück in die Stadt. Wer es günstiger will, fährt mit der Zentralbahn nach Alpnachstad statt mit dem Schiff. Oben gibt es einen kurzen Rundweg zum Esel und zum Oberhaupt, gut eine halbe Stunde, und bei klarem Wetter sieht man bis in den Schwarzwald.

Altstadt an der Reuss

Rigi: die Königin, von der Luzerner Seite

Die Rigi teilt sich Luzern mit Schwyz, aber der Zugang über Vitznau ist der Luzerner Weg. Das Schiff braucht ab Luzern rund eine Stunde nach Vitznau, die Zahnradbahn (die älteste Bergbahn Europas, 1871) eine gute halbe Stunde bis Rigi Kulm auf 1'798 Meter. Wer nicht wandern will, fährt bis oben und wieder hinunter. Wer wandern will, steigt in Rigi Kaltbad aus und nimmt den Panoramaweg nach Rigi Scheidegg, zwei flache Stunden auf einem alten Bahntrassee. Details dazu auf der Seite Wandern mit Bahn und Bus.

Entlebuch: die andere Seite des Kantons

Das Entlebuch ist seit 2001 UNESCO-Biosphäre und der Teil des Kantons, den Touristen am seltensten sehen. Schüpfheim, Escholzmatt, Flühli, Sörenberg: Moorlandschaften, Karstfelder an der Schrattenfluh, im Winter Skifahren in Sörenberg, im Sommer der Aussichtspunkt Brienzer Rothorn, das man mit der Luftseilbahn ab Sörenberg erreicht. Die Fahrt ab Luzern nach Schüpfheim dauert rund 50 Minuten, von dort fährt das Postauto weiter. Wer die Region erst einmal sehen will, nimmt den Zug bis Escholzmatt und läuft in einer knappen Stunde zur Moorlandschaft Hilferenpass hinauf, oder einfacher: von Schüpfheim dem Talboden entlang nach Hasle.

Sempachersee

Der Sempachersee ist der Badesee des Kantons und für einen Sonntag ohne Berge ideal. Die Seerundfahrt mit dem Velo misst rund 20 Kilometer, weitgehend flach. Sempach selbst ist ein Städtchen mit intakter Altstadt und der Schlachtkapelle, die an 1386 erinnert. Ab Luzern fährt die S-Bahn in 15 Minuten nach Sempach-Neuenkirch, von dort sind es 25 Minuten zu Fuss ans Wasser. Die Badeplätze in Sempach, Nottwil und Eich sind an heissen Wochenenden voll, was hier heisst: man findet noch Platz.

Märkte und die Fasnacht

Der Luzerner Wochenmarkt findet am Dienstag und am Samstag statt, beidseits der Reuss zwischen Rathaus und Jesuitenkirche, am Samstag deutlich grösser. Gemüse, Käse, Brot, Blumen, dazu im Herbst Wild und Pilze. Es ist der eine Ort in der Stadt, an dem man Bekannte trifft, ohne sich zu verabreden. Im Oktober kommt die Lozärner Määs auf das Inseli und den Bahnhofplatz, die Herbstmesse mit Bahnen und Marktstand, eine Woche lang.

Die Luzerner Fasnacht ist der grösste Anlass des Jahres und anders als die Basler: laut, farbig, mitten am Tag. Sie beginnt am Schmutzigen Donnerstag um fünf Uhr morgens mit dem Urknall auf dem Kapellplatz, hat ihren zweiten Höhepunkt am Güdismontag und endet am Güdisdienstag in der Nacht mit dem Monstercorso. Wer hingeht, verkleidet sich, sonst fällt man auf. Und man kauft die Plakette, ohne die es nicht geht. Die Fasnacht ist auch der Anlass, an dem die Stadt für einmal offen ist: Man redet mit Leuten, die man nie wieder sieht, und manchmal doch. Die Termine und alles zur Region auf luzern.com.

Ausgehen in der Stadt

Luzern hat zwei Ausgehviertel, die sich klar unterscheiden. Die Altstadt mit den Plätzen um den Kornmarkt und den Weinmarkt ist am Abend eher touristisch, mit Restaurants und Bars, die früh schliessen. Die Neustadt zwischen Bahnhof und Pilatusplatz, insbesondere das Bruchquartier und die Strassen um die Baselstrasse, ist der Teil, in dem die Einheimischen sind: Bars, kleinere Konzertlokale, Kellerclubs. Wer Konzerte mag, schaut nach dem Südpol in Kriens und dem Neubad, einem umgenutzten Hallenbad. Ich bin keine Nachtschwärmerin (Bruno muss um elf nach draussen), aber ein Bier in der Neustadt an einem Donnerstag ist eine gute Art, die Stadt zu spüren.

Kennenlernen

Für eine Stadt dieser Grösse ist Luzern gut mit Vereinen versorgt: Der SAC Pilatus ist eine der grössten Sektionen der Schweiz, es gibt mehrere Lauftreffs, die Quartiervereine sind aktiv, und die Volkshochschule und die Klubschule bieten jedes Semester Dutzende Kurse. Wer zugezogen ist, findet mit einem Kurs oder einem Helfereinsatz an der Fasnacht schneller Anschluss als im Ausgang. Eine Übersicht mit Kosten und Adressen steht auf der Seite Neue Leute kennenlernen. Und wer das Wochenende lieber auf dem Zugerberg als in der Stadt verbringt, wechselt zur Seite Zug, 20 Minuten mit dem Zug.

 

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