| klar regional: Magazin für die Zentralschweiz, geschrieben von Sandra Bucher, Luzern | ||
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Sechs Kantone, ein See, viele Berge Ausflüge, Märkte, Feste und Leute treffen klar regional |
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Wandern mit Bahn und BusIch habe kein Auto, und in der Zentralschweiz ist das kein Hindernis, sondern eine Vereinfachung: Man muss nicht zum Ausgangspunkt zurück. Die acht Wanderungen auf dieser Seite beginnen und enden an einer Haltestelle von Bahn, Bus, Schiff oder Bergbahn. Die Zeiten sind reine Gehzeiten ohne Pausen, für normal trainierte Leute; wer mit Kindern oder einem Hund unterwegs ist, rechnet einen Drittel dazu. Fahrpläne und Billette auf sbb.ch, die Routen im Detail auf schweizmobil.ch, und das Wetter vor der Abfahrt auf meteoschweiz.admin.ch. ![]() 1. Stoos: Klingenstock bis FronalpstockAb Bahnhof Schwyz mit dem Bus zur Talstation Schlattli, mit der Standseilbahn auf den Stoos, dann mit der Sesselbahn auf den Klingenstock (1'935 m). Von dort führt der Gratweg über mehrere Kuppen zum Fronalpstock (1'922 m), rund zweieinhalb Stunden, mit Blick auf den Urnersee auf der einen und die Mythen auf der anderen Seite. Der Weg ist schmal, an den heiklen Stellen mit Ketten gesichert, und bei Nässe nicht zu empfehlen. Vom Fronalpstock fährt die Sesselbahn zurück ins Dorf. Ab Luzern ist man in gut eineinhalb Stunden oben, das Kombibillett für beide Sesselbahnen und die Standseilbahn kostet rund 70 Franken ohne Ermässigung. Diese Tour hat für mich eine persönliche Bedeutung. Meine erste Wanderung allein nach der Trennung führte auf den Stoos und den Klingenstock, und am Ende bin ich vier Stunden mit einem pensionierten Ehepaar aus Zug gewandert, das ich auf dem Gipfel kennengelernt hatte. Auf dem Grat kommt man ins Gespräch, ob man will oder nicht.
2. Rigi: Panoramaweg Kaltbad bis ScheideggAb Luzern mit dem Schiff nach Vitznau (rund eine Stunde) oder mit dem Zug nach Arth-Goldau, dann mit der Zahnradbahn nach Rigi Kaltbad. Der Panoramaweg folgt dem Trassee der ehemaligen Scheidegg-Bahn nach Rigi Scheidegg: rund zwei Stunden, fast flach, kinderwagentauglich, mit Tunnels und einer Brücke aus der Bahnzeit. Von Rigi Scheidegg fährt die Luftseilbahn hinunter nach Kräbel, von dort die Zahnradbahn nach Arth-Goldau. Es ist die entspannteste Tour dieser Liste und die, die ich Gästen mit wenig Kondition zuerst empfehle. 3. Bürgenstock: der FelsenwegAb Luzern mit dem Schiff nach Kehrsiten-Bürgenstock (rund 30 Minuten), dann mit der Standseilbahn hinauf. Der Felsenweg beginnt hinter den Hotels und zieht sich in den Fels gebaut der Nordflanke entlang, mit dem See senkrecht darunter, bis zum Hammetschwand-Lift, der auf den Gipfel fährt. Hin und zurück eineinhalb Stunden, ohne nennenswerte Steigung. Der Weg ist im Winter geschlossen. Wer weiter will, steigt vom Hammetschwand nach Ennetbürgen ab (rund eineinhalb Stunden) und nimmt dort den Bus nach Stans. Details zum Kanton auf der Seite Nidwalden. 4. Melchsee-Frutt: die Vier-Seen-WanderungAb Sarnen mit dem Postauto nach Stöckalp (rund 30 Minuten), mit der Gondelbahn auf die Frutt. Die klassische Route führt am Melchsee und Tannensee vorbei über die Tannalp zum Engstlensee und weiter zur Engstlenalp, rund drei Stunden, mässige Steigungen. Von der Engstlenalp fährt das Postauto nach Meiringen im Berner Oberland, von dort die Zentralbahn zurück über den Brünig nach Sarnen und Luzern. Wer die ganze Vier-Seen-Wanderung bis Engelberg machen will, hängt den Trübsee und den Jochpass an, das sind fünf bis sechs Stunden und eine Sesselbahn. Fahrplan der Postautos vorher prüfen, sie fahren am Nachmittag nicht oft.
5. Bannalp: Rundweg um den SeeAb Luzern mit der Zentralbahn nach Wolfenschiessen, mit dem Postauto nach Oberrickenbach, dann mit der Luftseilbahn ab Fell zur Chrüzhütte. Der Rundweg um den Bannalpsee dauert eineinhalb Stunden, ist einfach und führt an zwei Berggasthäusern vorbei. Wer mehr will, nimmt den Abstieg über die Bannalper Schonegg nach Engelberg, vier Stunden, ein Übergang nach Obwalden. Die Bannalp ist die stillste Tour dieser Liste; an einem Wochentag im September trifft man dort vielleicht zehn Leute. 6. Zugerberg: Hochmoor und AussichtAb Bahnhof Zug mit dem Bus 11 zur Schönegg, mit der Standseilbahn auf den Zugerberg. Der Rundweg über das Hochmoor Eigenried und die Aussichtspunkte dauert rund zwei Stunden, ohne nennenswerte Höhendifferenz, im Winter als präparierter Winterwanderweg. Man sieht den Zugersee, die Rigi und bei klarem Wetter die Berner Alpen. Es ist die Tour für einen halben Tag, wenn man am Nachmittag noch etwas vorhat, und sie passt gut zu einem Besuch der Zuger Altstadt, siehe die Seite Zug. 7. Klausenpass: Passhöhe bis UrnerbodenAb Flüelen oder Altdorf mit dem Postauto auf die Klausenpasshöhe (1'948 m), gut eine Stunde Fahrt, nur im Sommer. Von der Passhöhe führt der Wanderweg auf der Glarner Seite hinunter nach Urnerboden, der grössten Alp der Schweiz, knapp zwei Stunden, mit weitem Blick über das Hochtal und auf die Clariden. In Urnerboden nimmt man das Postauto zurück über den Pass nach Flüelen oder weiter nach Linthal, wo die Bahn nach Zürich fährt. Das Postauto fährt nur wenige Male pro Tag, den Fahrplan also unbedingt vorher anschauen und die Rückfahrt festlegen, bevor man losgeht. Mehr zum Kanton auf der Seite Uri. 8. Pilatus: Kulm bis FräkmünteggAb Luzern mit der Zentralbahn nach Alpnachstad, mit der Zahnradbahn auf Pilatus Kulm (2'073 m), von Mai bis November. Der Abstieg nach Fräkmüntegg dauert rund zwei Stunden auf einem steilen, aber guten Weg, an der Alp Mattalp vorbei. Von Fräkmüntegg fährt die Gondelbahn hinunter nach Kriens, von dort der Bus in die Stadt. Wer nicht bergab gehen mag, macht es umgekehrt: Gondel bis Fräkmüntegg, Aufstieg, Zahnradbahn hinunter. Die Tour ist für die Knie anspruchsvoller als sie aussieht, und ich habe sie (mit Bruno an der Leine, was ein Fehler war) nur einmal gemacht. PraktischesFür die Bergbahnen gibt es meist Ermässigungen mit Halbtax und GA, aber nicht überall und nicht auf alles; die Standseilbahn auf den Stoos und der Bürgenstock sind zum Beispiel nicht im GA enthalten. Spar-Billette auf sbb.ch lohnen sich bei längeren Anfahrten. Der erste Zug am Morgen ist der beste, weil die Bergbahnen dann noch leer sind und man am Nachmittag vor den Gewittern unten ist. Und eine letzte Regel, die ich mir selber gegeben habe: Ich schaue vor jeder Tour den Fahrplan der letzten Bahn ins Tal an und schreibe ihn auf einen Zettel , nicht ins Handy, dessen Akku auf 2'000 Metern schneller leer ist als man denkt. Wer auf dem Weg jemanden kennenlernen will, muss dafür nichts tun; wer es auch daheim versuchen will, findet auf der Seite Neue Leute kennenlernen weitere Möglichkeiten.
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