klar regional: Magazin für die Zentralschweiz, geschrieben von Sandra Bucher, Luzern
klar regional Sechs Kantone, ein See, viele Berge
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Märkte und Feste im Jahreslauf

Die Zentralschweiz hat einen Festkalender, der sich seit Jahrzehnten kaum verändert hat, und das ist seine Stärke. Die Fasnacht kommt vor Aschermittwoch, der Chriesisturm, wenn die Kirschen reif sind, die Älplerchilbi, wenn das Vieh von der Alp ist. Diese Seite ordnet die wiederkehrenden Anlässe nach Saison, ohne Daten eines bestimmten Jahres. Wer den genauen Tag braucht, findet ihn bei der jeweiligen Gemeinde oder Tourismusorganisation; ich nenne hier, was man wissen muss, um zu entscheiden, wann man kommt.

Luzerner Fasnacht

Übersicht nach Saison

SaisonFest oder MarktKanton
WinterLilu Lichtfestival Luzern (Januar)Luzern
WinterLuzerner Fasnacht (Schmutziger Donnerstag bis Güdisdienstag)Luzern
WinterSchwyzer Fasnacht mit den NüsslernSchwyz
WinterKatzenmusik Altdorf (Schmutziger Donnerstag)Uri
WinterStanser FasnachtNidwalden
FrühlingStanser Musiktage (meist April)Nidwalden
FrühlingBeginn der Sommer-Wochenmärkte in den Dörfernalle
SommerZuger Chriesisturm (Ende Juni)Zug
SommerLuzerner Fest (Ende Juni)Luzern
SommerBundesfeier auf dem Rütli (1. August)Uri
SommerLucerne Festival (August bis September)Luzern
HerbstZuger Stierenmarkt (Anfang September)Zug
HerbstAlpabzüge in den Bergdörfern (September)alle
HerbstLozärner Määs (Oktober)Luzern
HerbstÄlplerchilbi in den Gemeinden (Oktober bis November)Obwalden, Nidwalden
AdventWeihnachtsmarkt Luzern (Franziskanerplatz)Luzern
AdventEinsiedler WeihnachtsmarktSchwyz

Winter: die Fasnacht in vier Varianten

Die Fasnacht ist in der Zentralschweiz keine einzelne Veranstaltung, sondern eine Jahreszeit. Die Luzerner Fasnacht ist die grösste: Sie beginnt am Schmutzigen Donnerstag um fünf Uhr morgens mit dem Urknall auf dem Kapellplatz, füllt die Altstadt bis in die Nacht, macht am Wochenende eine Pause und kommt am Güdismontag und Güdisdienstag zurück, mit dem Monstercorso am Dienstagabend als Schluss. Guggenmusiken, Wagen, Masken, Konfetti in jeder Ritze. Die Schwyzer Fasnacht ist älter in der Form und ruhiger: Die Nüssler mit den Masken Rölli, Blätz und Hüdel tanzen durch die Gassen und verteilen Orangen und Nüsse. In Altdorf zieht am Schmutzigen Donnerstag die Katzenmusik mit Pauken und Blech durch das Dorf, ein Lärm mit eigenem Rhythmus. Und Stans hat seine Fasnacht mit Umzug und Maskenbällen, kleiner, aber mit einer Beteiligung, die man von einem Dorf mit 8'000 Einwohnern nicht erwartet.

Vor der Fasnacht, im Januar, verwandelt das Lilu Lichtfestival die Luzerner Altstadt an zehn Abenden in einen Rundgang mit Lichtinstallationen an Fassaden und Plätzen. Es ist jung, seit 2019, aber es hat sich gehalten, weil im Januar sonst nichts los ist.

Frühling: Musik in Stans, Märkte überall

Der Frühling ist in der Zentralschweiz die stille Jahreszeit, was Feste betrifft. Die Ausnahme sind die Stanser Musiktage, ein Festival über eine Woche mit Konzerten in Sälen, Kirchen und Beizen, meist im April. Das Programm mischt Jazz, Weltmusik, Volksmusik und Pop, und der Dorfplatz ist während der Woche der Treffpunkt. Sonst gilt: Im Frühling öffnen die Bergbahnen wieder, die Schiffe fahren häufiger, und in den Dörfern beginnen die Wochenmärkte im Sommerhalbjahr. Der Luzerner Wochenmarkt findet ganzjährig am Dienstag und Samstag entlang der Reuss statt, der Schwyzer am Samstag auf dem Hauptplatz, der Zuger am Samstag in der Altstadt. Wer die Region über die Küche kennenlernen will, beginnt an einem Samstagmorgen auf einem dieser Märkte.

Sommer: Kirschen, Stadtfest, Rütli

Der Zuger Chriesisturm ist das Sommerfest mit dem klarsten Anlass: Wenn die Kirschen reif sind, meist Ende Juni, läutet um zwölf Uhr die Chriesigloggä, und Leute mit langen Leitern rennen durch die Altstadt. Dazu der Chriesimärt mit allem, was aus der Frucht wird. Am gleichen Wochenende oder kurz danach feiert Luzern das Luzerner Fest, ein Stadtfest über zwei Tage mit Bühnen, Ständen und Feuerwerk über dem See, das die halbe Stadt auf die Strasse bringt. Am 1. August findet auf dem Rütli die offizielle Bundesfeier statt, mit Rede und Publikum, das mit dem Schiff kommt; wer die Feier sehen will, nimmt ein frühes Schiff ab Brunnen oder Flüelen. Und von Mitte August bis Mitte September füllt das Lucerne Festival das KKL mit Orchestern aus der ganzen Welt. Die Karten sind teuer, aber es gibt Gratiskonzerte auf dem Europaplatz und ein Programm für Leute, die sonst nicht in Sinfoniekonzerte gehen. Wer den Sommer für Ausflüge nutzt, findet auf der Seite Wandern mit Bahn und Bus die passenden Touren.

Herbst: Stiere, Alpabzug, Chilbi

Der Herbst ist die dichteste Saison. Anfang September findet der Zuger Stierenmarkt statt, seit über hundert Jahren: Zuchtstiere werden gezeigt, bewertet und gehandelt, dazu Marktstände und Festwirtschaft. Im September kommen die Alpabzüge, wenn das Vieh geschmückt von den Alpen zurück in die Dörfer kommt; in Obwalden, Nidwalden, im Muotatal und im Entlebuch kann man sie sehen, die Termine hängen vom Wetter ab und werden kurzfristig bekannt. Im Oktober steht die Lozärner Määs auf dem Inseli und dem Bahnhofplatz, die Herbstmesse mit Bahnen und Marktständen, gut zwei Wochen lang.

Dann die Älplerchilbi. In Ob- und Nidwalden feiert jede Gemeinde zwischen Mitte Oktober und Ende November ihre eigene: Gottesdienst, Umzug der Älpler mit Wildmaa und Wildwyb, eine Rede mit Spott über das Dorfgeschehen, dann Essen und Tanz. Kerns, Sarnen, Sachseln, Giswil, Stans, Buochs, Beckenried, jedes Dorf hat seinen Sonntag. Es ist der Anlass, an dem man Ob- und Nidwalden versteht (ich bin mit der Kernser Älplerchilbi aufgewachsen und halte sie für die schönste, was in Sarnen niemand hören will). Näheres steht auf den Seiten Obwalden und Nidwalden.

Advent: zwei Märkte, die den Namen verdienen

Weihnachtsmärkte gibt es in jedem Dorf, aber zwei ragen heraus. Der Luzerner Weihnachtsmarkt auf dem Franziskanerplatz läuft über den ganzen Advent, mit Ständen unter den Bäumen vor der Kirche, Glühwein, Raclette und Handwerk; am Abend ist er der Treffpunkt der Stadt. Der Einsiedler Weihnachtsmarkt findet an einem Wochenende im Advent auf dem Klosterplatz und in der Hauptstrasse statt, mit über hundert Ständen vor der Kulisse der Klosterkirche. Er zieht Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Deutschschweiz an, und die Südostbahn fährt mit Extrazügen.

Wie man hinkommt

Alle genannten Anlässe liegen an Bahnhöfen oder Schiffstegen. Für die Fasnacht in Luzern und Schwyz, das Luzerner Fest und den Einsiedler Weihnachtsmarkt fahren die Bahnen verstärkt; wer mit dem Auto kommt, steht im Stau oder findet keinen Parkplatz. Für die Älplerchilbis in den Dörfern reicht die Zentralbahn mit Postauto. Die Wochenmärkte am Samstagmorgen sind der einfachste Einstieg, wenn man niemanden kennt und trotzdem ins Gespräch kommen will; Genaueres dazu steht auf der Seite Neue Leute kennenlernen.

 

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